Kontakt

Kinder- und Jugend-, Reit- und Fahrverein Zehlendorf e.V.
Robert-von-Ostertag-Straße 1
D-14163 Berlin

Fon: 030. 802 61 16
Fax: 030. 80 48 22 52
info@kinderreitschule-berlin.de

Bürozeiten:
Montag bis Freitag
15:00 bis 17:30 Uhr
In den Berliner Sommerferien ist
unser Büro geschlossen.

Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
BIC BFSWDE33BER
IBAN DE77 1002 0500 0003 1115 01
Kto Nr.: 311 15 01  
BLZ: 100 205 00
Vereinsregisternr.: 9482NZ
Steuernummer: 27/616/57857

 

Zertifizierte Vereinsarbeit

Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)

Madame Nou - Mehr als ein Ponyleben beim KJRFV

  • PDF

Madame Nou, das älteste Pony Deutschlands, lebt seit 1974 beim KJRFV.Madame Nou (1963-2013) wurde sagenhafte 50 Jahre - in Menschenjahren: 150! - alt. Damit war sie nicht nur über viele Jahre das älteste Pony Deutschlands. Sie verkörpert in vielerlei Hinsicht die Geschichte und Philosophie des KJRFV. 1974 vor dem Schlachter gerettet, lehrte die Shetty-Dame mit den kurzen Beinen und dem großen Kopf die folgenden 18 Jahre im Schulbetrieb rund 1500 Kinder das Reiten charakterstarker Ponys, galoppierte bei Jagden durch den Grunewald und startete mit aufgeregten kleinen Nachwuchssportlern auf Turnieren. Daneben wurde sie Mutter von sieben Fohlen. Ab 1992 genoss sie ihren wohlverdienten Ruhestand.

Tierischer Ruhestand als Uroma

1963 wurde die 98 Zentimeter große Shetlandpony-Stute Madame Nou geboren. An welchem Tag genau, wissen wir leider nicht. Für alle Pferde, bei denen das exakte  Geburtsdatum nicht bekannt ist, feiern wir am 1. Januar.

Madame Nou und Glinda Spreen1974 rettete Ilse Spreen, Gründerin der ersten Berliner Ponyreitschule, dem heutigen KJRFV, und Mutter der KJRFV-Vorsitzenden Glinda Spreen, zwei Shetlandponys das Leben. Madame Nou und ihr Ponyfreund Minimax waren für den Schlachter bestimmt, da ihrem früheren Reitstall  das Geld für ihren Unterhalt fehlte. Tag für Tag kamen zwei Mädchen auf einer Kutsche mit dem kleinen schicken Ponyhengst und der eher unförmigen, sehr kurzbeinigen, sehr großköpfigen Shetland-Rappstute vorbei und baten Ilse Spreen diese mit dem Kauf zu retten. Ilse Spreen beschrieb die Geschichte so: "Es waren ihre sehr großen, sehr ausdrucksvollen Augen, die mich schwach werden ließen. Es schien mir sogar, als hingen Tränen in diesen Augen. Also habe ich sie dann doch gekauft! Seit dem gehört Madame Nou zu uns. Viel wussten wir nicht von ihr, außer dass sie bereits 11 Jahre alt war."

Immer ein ziemlicher Dickkopf

Tierisch guter Ruhestand: Madame Nou mit Gloria Rienzner. Madame Nou hat vier Pferdemänner überlebt, sieben Fohlen geboren und wurde Oma zahlreicher Enkel. 2003 erblickte Topas – Urenkel von Madame Nou – das Licht der Welt im KJRFV. Mit Anfang 30 – ein Alter, das viele Pferde gar nicht erst erreichen - wurde Madame Nou noch immer regelmäßig geritten. Bei den kleinen Reiterinnen und Reitern war sie allerdings wegen ihres Eigensinnes mitunter gefürchtet. Wenn sie keine Lust hatte, bewegte sie sich keinen Zentimeter vom Fleck. Ein ehemaliges Reiterkind und heutige Reitstall-Besitzerin erinnert sich: "Als ich Nou eine Stunde lang bewegt bekam, wusste ich, dass ich reiten kann!"

Madame Nou hat die Pony-Herde im KJRFV geprägt wie keine andere: Über ihren Sohn Momo, der im Umland seinen Ruhestand genießt, wurde sie Oma von neun Ponys. Ihre Enkelin Maraja (gestorben 2005) ist Mutter von Topas, der seit einigen Jahren ein sehr beliebtes Schulpony im KJRFV ist.  Hier geht es zu ihrem beeindruckenden Stammbaum.

Bis zu ihrem Tod am 20. August 2013 wurde sie täglich liebevoll von Gloria Rienzner aus dem „Verein für tierischen Ruhestand“ betreut. Der Förderverein des KJRFV e.V. ermöglicht den alten und kranken Pferden und Ponys des Kinder- und Jugendreitvereins das Gnadenbrot. Ihren Eigensinn hatte sich die ergraute Lady immer noch bei ihren Spaziergängen bewahrt: Wenn sie keine Lust hatte, blieb sie einfach stehen. Madame Nou war eben ein Dickkopf.

Zum Andenken an unsere große alte Shetty-Dame pflanzte der KJRFV zusammen mit dem Verein für tierischen Ruhestand e.V. am 7. September 2013 einen Birnbaum auf dem Vereinsgelände an der Robert-von-Ostertag-Straße. Der Birnbaum gilt als der Baum des langen Lebens. Seine Früchte waren für Madame Nou ein ganz besonderes „Leckerli“.

Madame Nou und Glinda Spreen auf YouTube (2013)